WARP10 bietet Software Rasterizer für CPUs
DirectX 10 auf der CPU dank DirectX 11 - Erste Benchmarks
Autor: Thilo Bayer (27.11.2008) - In einem MSDN-Artikel stellt Microsoft WARP10 vor, eine Software-Rasterisierungs-Plattform, um mithilfe von DirectX 11 beispielsweise DirectX-10-Grafik auf CPUs zu ermöglichen. Gerüchte, DirectX-9-Grafikkarten sollen DX10-Spiele ausführen, sind offenbar eine Fehlinterpretation.
DirectX-10-Spiele auf der CPU: Dank WARP10 schneller als bisherWARP10 steht für Windows Advanced Rasterization Platform und ist Bestandteil von DirectX 11, das im Rahmen des Windows-7-Launches erscheinen soll. Im Wesentlichen geht es mit WARP10 darum, dass Nicht-DirectX-10-konforme Hardware (speziell: Multi-Core-CPUs) trotzdem DirectX-10-Anwendungen wiedergeben/beschleunigen können. So sind beispielsweise CPUs in der Lage, DirectX-10-Spiele darzustellen.
WARP10 unterstützt dabei sowohl DirectX 10.0 als auch DirectX 10.1. Auch DirectX-11-Spiele lassen sich emulieren über Fallbacks auf DirectX-9- oder DirectX-10-Niveau. Selbst optionale Textureformate, Anti-Aliasing bis 8x, anisotropes Texturfiltern sowie 32- und 64-Bit-Anwendungen werden unterstützt. Als Minimanforderung nennt Microsoft eine 800 MHz schnelle CPU und 512 MiByte RAM - MMX, SSE oder SSE2 werden nicht zwingend vorausgesetzt, insbesonders SSE2 und SSE4.1 sollen aber zusätzliche Geschwindigkeit bringen. WARP10 wird unabhängig von der verwendeten Grafikkarte ausgeführt.
Der größte Unterschied zum bisherigen Software-Rasterizer liegt offenbar darin, dass WARP10 intensiven Gebrauch von Multi-Core-CPUs macht. Die höchste Leistung erzielt man demnach auf Quad-Core-CPUs. Außerdem läuft WARP10 offenbar deutlich schneller mit SSE 4.1. Microsoft glaubt, dass sich während des Lebenszyklus von Windows 7 CPUs mit acht oder mehr Kernen durchsetzen. Vermutlich meint Microsoft hier Quad-Cores mit SMT wie den Core i7.
Benchmarks: Crysis (DirectX 10) auf CPU und GPUMicrosoft bietet sogar Crysis-Benchmarks in 800 x 600 im Direct3D-10-Modus bei minimalen Spieledetails. Hier zeigt sich, dass die CPU über WARP10 durchaus mit integrierter Grafik von Intel mithalten kann. Spielbar sind die Fps-Werte freilich nicht, aber man kann diese Ergebnisse durchaus als Fortschritt sehen. Microsoft sieht WARP10 auch nicht als Ersatz für Grafikkarten.
Wer sich eingehend mit dem Thema WARP10 beschäftigen will, dem empfehlen wir den entsprechenden MSDN-Artikel Windows Advanced Rasterization Platform (WARP) In-Depth Guide.
DirectX10 auf DX9-Grafikkarten? Jein.
Die Meldungen, nach denen DirectX-9-Grafikkarten sich mit Windows 7 für die Ausführung von DirectX-10-Spielen gebrauchen lassen, sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Die DirectX-Erweiterung "Direct3D10Level9" dient lediglich dazu, Entwicklern das Code-Management zu vereinfachen. Dazu werden drei Techlevel definiert, die das aufgeblasene Caps-basierte Modell des "echten" DirectX 9 ablösen - die Hardware führt weiterhin DX9-Code basierend auf dem jeweiligen Techlevel aus, kann jedoch durch die DirectX-10-API angesprochen werden, anstatt einen komplett eigenen Codepfad in D3D9 zu benötigen.
Homogene Entwicklung: Eine API, unterschiedliche Hardware.




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